Impulse Mai 2013

Schreibe Deine Einschätzung in einem Kommentar unterhalb der Impulse von P. Bernhard!

Deine inneren Schätze (29.05.2013)

Wir stehen vor einem „verlängerten Wochenende“, wie das in der verweltlichten Sprache heißt. Da plant man dann viel, macht sich erst recht wieder Stress (auch ich!) – übersieht vielleicht aber, dass die extra freie Zeit auch zur Besinnung genutzt werden kann. Nützt die Zeit auch „anders“, wo immer das dann ist – und sei es „bloß“ bei der Anbetung beim Treffpunkt Benedikt. Für diesen Aufruf zur inneren Einkehr möchte ich Euch den schwierigen, aber lohnende Text eines Zisterziensermönches aus dem 12. Jahrhundert, Aelred von Rievaulx ans Herz legen:

„Wie der Mensch sich aus dem äußeren Getümmel ins abgelegene Gemach seines Geistes zurückgezogen und dem Haufen der herumlärmenden Nichtigkeiten die Tür verschlossen hat, und wenn er in Ruhe seine inneren Schätze betrachtet; wenn ihm dann nichts Unruhiges, nichts Ungeordnetes begegnet, nichts, was an ihm nagt, nichts, was ihm entgegenbellt; sondern wenn alles still ist und wenn wie in einer ganz wohlgeordneten Familie die ganze Schar der Gedanken, der Worte und der Werke friedlich wie um den Vater des Hauses versammelt ist: Dann steigt aus all dem ein Empfinden wunderbarer Geborgenheit auf; aus der Geborgenheit eine Freude, und aus der Freude ein Jubel, der in das Lob Gottes ausbricht, weil ihm immer deutlicher aufgeht, dass all das Gute, was er in sich entdeckt, sein Geschenk ist.“

Sich selbst in den Blick nehmen (21.05.2013)

Ein junger Mann hat mir eine e-mail geschickt, in der er seine derzeitige Lebenssituation reflektiert. Er vermisst jetzt im Studium eine tragfähige Grundlage in seinem Leben. In der Schule und zuhause bei der Familie war er noch geborgen, getragen, geistig und geistlich herausgefordert. „Doch im Studium wird lediglich der Lernstoff präsentiert.“ Und dann fügt er hinzu: „Ich habe mir nicht gedacht, dass ich einmal das Wesentliche aus den Augen verlieren könnte.“

Solche Zeilen würden zu etlichen jungen Menschen passen, die ich derzeit kenne. Bemerkenswert finde ich, dass sich der junge Mann dann selbst die Antwort gibt: „Ich habe mir jetzt Bücher angeschafft, die ich lesen will. Sie haben nichts mit meinem Studium zu tun, aber ich brauche sie als geistliche Nahrung.“ Ja, das scheint mir sehr wichtig, deshalb legen wir auch beim Treffpunkt Benedikt lesenswerte Bücher auf, die man sich ausborgen kann.

Und dann schreibt er weiter: „Ich erinnere mich auch an einen Satz eines meiner Lehrer in der Schule: ‚Wer immer vor Augen hat, was und wie er sein will, wird ein guter Erwachsener und hat ein geglücktes Leben.‘ Ich glaube, darauf kommt es an: eine Perspektive zu haben – das zu sehen, was man sein will!“

Komm herab! (17.05.2013)

In letzter Zeit habe ich über den Hl. Geist nachgedacht.

Mir ist neu aufgegangen: Er ist der Geist des Vaters und des Sohnes Jesus Christus. Das heißt, im Hl. Geist habe ich Anteil am Allerhöchsten und am Leben des Fleisch gewordenen Wortes. Gott in mir und ich in ihm – durch den Hl. Geist.

Diese christliche Grundwahrheit ist für mich nicht abstrakt geblieben, sondern erfahrbar geworden. Deshalb bete ich gerne:

„Komm herab, oh Hl Geist

Komm, Oh Du glückselig Licht,

fülle Herz und Angesicht,

dring bis auf der Seele Grund.“

Leichtigkeit des Lebens (13.05.2013)

Kürzlich hat mir jemand eine Karte gegeben, auf der steht: „Wer zuviel Ballast mit sich trägt, verliert die Leichtigkeit im Leben.“ Dieser Satz hat mich getroffen – und beflügelt: Wir kommen immer wieder in Gefahr, dass die vielen Dinge, die Ansprüche anderer und von uns selbst, die Vorhaben etc. uns überwältigen und unbeweglich machen. Da müssen wir uns dann befreien, manches abschütteln – und einfach leben.

(Übrigens eine interessante Redewendung: „einfach leben!“ Das bedeutet, das aufwendige Leben abstreifen, sich einfach, d.h. „endlich!“ frohen Herzens und ohne schlechtes Gewissen in die Leichtigkeit des Seins zu werfen. „Seht die Vögel im Himmel und die Lilien auf dem Feld: Sie säen nicht und ernten nicht – und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.“)

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