Impulse Juli 2015

Die Kraft der Bibel (30.07.2015)

Ein Hochzeitspaar hat mir voriges Jahr zum Dank eine große Merci-Packung gegeben. Jetzt habe ich in meinem Zimmer noch drei Merci-Stückchen gefunden. Das Besondere? Sie sind alle mit Bibelversen versehen, was dazu dient, nicht zu rasch zu viel Schokolade zu essen, aber auch die Heilige Schrift beim Verkosten herzunehmen. Heute nahm ich also wieder ein noch übrig gebliebenes Stück und las vorher: Jos 1,9 – wie überrascht war ich, als ich diesen für meine Situation so passenden Vers las: „Habe ich dir nicht befohlen: Sei mutig und stark? Fürchte dich also nicht und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst.“ Noch einige Minuten vorher hatte ich auf die unerledigten Stöße in meinem Arbeitszimmer geblickt, die vielen, vielen unbeantworteten Mails, das was dringend zu organisieren und schon lange zu verfassen gewesen wäre. Erleichtert blickte ich auf und dankte Gott für dieses Wort.

Im protestantischen Raum spricht man von „Losung“, bei uns oft von „Bibelaufschlagen“. Gemeint ist das zufällige Lesen einer Stelle in der Heiligen Schrift, meistens nur eines Verses. Wer dies tut, macht oft erstaunliche Entdeckungen: Es fügt sich gut, was da aus den inspirierten Texten, von Menschenhand geschrieben, kommt; ja, es scheint fast so zu sein, als wäre diese Stelle jetzt für mich in meiner derzeitigen Lage geschrieben.

Und so ist es auch: Jeder Vers der Bibel ist das Wort Gottes an mich – und jeder Vers spricht zu jedem anderen Vers, erhellt und ergänzt ihn. Ich brauche also bei einer Losung oder beim Bibelaufschlagen nicht an Spuk denken oder glauben, darin eine sonst nicht erhältliche Prophezeiung von oben zu erhalten. Diese Art die Bibel immer wieder herzunehmen ist schlicht und einfach ein bewährtes Mittel, sich dem Wort Gottes auszusetzen und seine Kraft entfalten zu lassen. So bin ich dankbar für die Merci, aber auch für die mühsam draufgeklebten Zettelchen mit Bibelversen, die ich zuerst lesen soll, bevor ich die Schokolade esse …

Keine Angst vor Studentenverbindungen! (29.07.2015)

Im vorigen Impuls habe ich von einem Jugendfestival einer neuen Bewegung erzählt („Mission von unten“). Auch wenn ich selbst als verkopfter Theologe denkbar uncharismatisch bin, nehme ich Einladungen von charismatischen Jugendgruppen gerne an. Da gehe ich dann selbst gestärkt davon und denke mir auch, dass die benediktinische Spiritualität mit ihrem „gesunden Maßhalten“ solchen Bewegungen gut tut.

Ich hatte früher auch nie besondere Affinitäten zu katholischen Studentenverbindungen. Wir urteilen ja oft und gerne über Gruppen, die ein wenig anders sind und eine starke Identität haben. Besonders wenn wir sie nicht kennen mokieren wir uns über sie. Während meines Studiums lächelte ich über die Kapperl und Bänder und die gezückten Schwerter bei der Wandlung in der Eucharistiefeier oder bei Hochzeiten. Da wäre ich nie beigetreten! Außerdem gehört der Alkohol nicht zu meinen Lastern, und bekanntlich wird bei Studentenverbindungen gerne getrunken (nicht gerade mein geliebter Mangosaft oder der Kräutertee, den ich am Almsee zum Knoblauchbrot trinke J).

Doch in den letzten Jahren durfte ich als Priester eine Wiener Studentenverbindung näher kennen lernen. Über einen, der bei mir in Subiaco Exerzitien gemacht hatte, kam eine Gruppe zu Einkehrtagen in unser Kloster, zum zweiten Mal das Jahr darauf. Ich war erstaunt, wie ernst die Studenten unser Klosterleben nahmen, wie sie sich auf das geistliche Leben einließen und auch persönliche Gespräche suchten, bis in die Nacht hinein. Seither kommen einzelne gerne auf Besucht vorbei. Schon lange lächle ich nicht mehr über Studentenverbindungen, sondern ich finde sie eine gute Möglichkeit für Burschen und junge Männer, Gleichgesinnte zu treffen und sich gesellschaftlich und kirchlich zu engagieren.

Wie das bei guten Netzwerken so ist, kam ich mit immer mehr Bundesbrüdern des CV in Kontakt, auch mit dem Mittelschülerkartellverband (MKV). Selbst wenn ich meinen Namen bei einer Studentenverbindung schon wüsste („Pascal“, weil ich mich mit diesem großen Geist gerade beschäftige), werde ich nicht beitreten; Mönch zu sein genügt mir. Aber ich fördere solche Leute gerne! Natürlich gibt es wie bei den neuen geistlichen Bewegungen auch bei katholischen Studentenverbindungen Einseitigkeiten. Es ist ein Zug unserer Zeit, dass junge Menschen Vereinigungen mit einem klaren Profil und einer starken Identität suchen. Da entsteht dann die Gefahr, dass es verschiedene Richtungen in der Kirche gibt, die wenig miteinander zu tun haben.

Vielleicht wird es in der Kirche der Zukunft überhaupt eine entscheidende Frage sein, ob es uns gelingt, unterschiedliche Gruppen nebeneinander stehen zu lassen und ihre Stärken für die Evangelisierung zu nutzen. Natürlich meine ich nicht, sie seinen funktional vor allem dazu da, von der Kirche vor den Karren gespannt zu werden. Ob neue geistliche Bewegungen oder katholische Studentenverbindungen – überall muss es uns um die Menschen und ihr Wachstum im Leben und im Glauben gehen. Aber ich merke, wie sehr sie in der neuen Evangelisierung mittun wollen. In diesem Sinne fände ich es wichtig, weniger die Nase über Bräuche und Haltungen von bestimmten Gruppen welcher Art auch immer zu rümpfen und sie sehr ernst zu nehmen – und von ihnen das eine oder andere zu lernen. Wenn wir uns in dieser Haltung gegenseitig einüben, dann werden die verschiedenen und oft sehr unterschiedlichen Gruppen auch nicht zu extrem oder extravagant, sondern eher bereit, sich einzubringen – und manchmal sogar über sich selbst zu lächeln.

Mission von unten – Tatort Traunsee (28.07.2015)

11539747_1669998739902217_3941285183652197072_nZwei Tage war ich dabei beim Jugendfestival „Awake the lake“ in Gmunden. Kirche entsteht dort, wo Christen einfach loslegen, selber Freude an Jesus Christus haben und andere für den Glauben begeistern können. Das Beispiel eines Tages: Wir begannen wir mit dem Morgengebet. Gute Musik, klare Struktur – da war kein Priester notwendig, ich war einfach unter den junge Leuten. Warum wird so wenig öffentlich gebetet, wo einfach Katholiken zusammenkommen und Gott ins Zentrums stellen? Es gäbe doch so viele Anlässe, Formen und Möglichkeiten, das auch ohne Priester zu tun! Dann gab es einen großartigen Impuls von einem vielleicht 60-Jährigen Lehrer aus Salzburg, der gerade Opa geworden ist. Über das christliche Leben müssen doch nicht immer nur Theologen und Kirchenangestellte sprechen. Die Botschaft des Glaubens ganz einfach und praktisch erläutert. Es ging vor allem um die Wunden jedes Einzelnen und einen guten Umgang damit.

So gingen wir in zwei Gruppen los und wussten, es würde eine „Challenge“. Darunter konnte ich mir wenig vorstellen. Ich war nur informiert worden, es würde um 13:30 eine Bergmesse am Gmundnerberg geben, die ich auch inhaltlich vorbereitet hatte. Nach ca. 15 Minuten Wanderung hielt unsere Gruppe an. Uns wurde erklärt, dass wir nun die restliche Stunde jeder für sich ganz allein gehen sollte, im Schweigen. Ein Jugendlicher drückte mir einen Zettel und einen Kugelschreiber in die Hand und gab mir den Auftrag, meine Wunden aufzuschreiben – so wie es im Impuls geheißen hat: Wunden wahrnehmen und benennen. Nach vielleicht 10 Minuten des Bergaufgehens wartete die nächste Station auf mich. Ein Jugendlicher schärfte mir ein: „Du hast jetzt deine Wunden angeschaut. Nun, P. Bernhard, halte sie Gott hin und erzähl ihm, was du dabei erlebst und was dich da genau bedrückt.“ Ich war bewegt, wie ein vielleicht 20-Järhiger mich ansprach und zum Dialog mit Gott aufforderte. Er hatte überhaupt keine Scheu, den Mönch, Priester und promovierten Theologen zum nächsten Schritt der Glaubensrally aufzufordern. Und es funktionierte: Ich ließ mich da mitreißen und redete direkt mit Gott wie schon länger nicht mehr! Ich erzählte ihm von meinen Schwächen und schrieb noch zwei weitere Stichwörter auf meinen Zettel.

20 Minuten später (ich war schon ziemlich ins Schwitzen gekommen) wartete eine Gruppe junger Leute bei der nächsten Station. Ob ich Wasser wolle, strahlte mich eine hübsche junge Dame an. Einer von der Gruppe deutete dann auf ein Holzkreuz in einiger Entfernung am Weg, wo sich auch Nägel und ein Hammer befinden würden. „Schlage jetzt deinen Zettel einfach ans Kreuz und geh dann weiter befreit zur nächsten Station.“ Ich tat es und dachte an das, was ich auf den Zettel geschrieben hatte – meine Schwierigkeiten mit mir selber, die Dinge, wo ich mir selbst zum Hindernis werde. Ja, das war befreiend! Ich ging weiter und hörte hinter mir, wie Nachkommende ihre Zettel ans Kreuz hefteten. Sonst war es ganz still, niemand redete oder machte Lärm, alle waren sichtlich konzentriert.

Fast schon oben auf dem Berg die letzte Station: Ein Korb mit Tennisbällen. Ich solle einen Ball in den einige Meter vor mir aufgehängten Kübel werfen. „Wenn du triffst, bekommst du einen Essensgutschein für die Mittagsjause“, sagte mir ein Mädchen. Ich traf erst beim zweiten Mal – „na, weil du es bist bekommst du trotzdem einen Coupon“, meinte sie lächelnd. Nach der Reihe kamen auch die anderen. Wir hielten Mahl und entspannten uns. Bei der Bergmesse hatte ich erstmals in meinem Leben Ministranten, die barfuß gingen – und alle waren trotz der Hitze gut gelaunt. Die Musikband hatte ihre Instrumente mitgenommen, vorbeigehende Leute waren erstaunt, wie viele junge Menschen hier beteten. Eine Wanderin kam nachher zu mir und sagte sichtlich berührt: „Mir wurde gesagt, Sie sind vom Stift Kremsmünster. Ich habe Ihrem Kloster viel zu verdanken und möchte Ihnen nur sagen, wie sehr es mich freut, dass ein Pater aus Kremsmünster hier mit Jugendlichen Messe feiert.“

Während der Messe stand das Kreuz mit den vielen angehefteten Zettel vor dem Altar. Am Schluss nahmen die Ministranten die Zettel herunter, und wir verbrannten in einer Schale diese Zettel. Nur Gott weiß, welche Nöte und Probleme draufgeschrieben waren. Nach dem Abstieg gingen wir im Traunsee schwimmen. Das ist ja ein gutes Zeichen einer gediegenen katholischen Veranstaltungen: Dass Katholiken intensiv beten und genauso gerne fit und spritzig die Schönheiten der Welt genießen. Dass auch ich unters Wasser getaucht wurde zeigt, wie Priester heute als normale Menschen gesehen werden und nicht als Unberührbare. So habe ich beim Abendessen nach dem Segensgebet auch nicht als erster das Essen bekommen, sondern bekam den Teller, als der Tisch dran war, an dem ich saß. Eine ständige Sonderbehandlung des Priester braucht es nicht.

Die meisten Besucher dieses Jugendfestivals sind mit der Loretto-Bewegung verbunden und durchaus kirchlich, aber zugleich spontan und kritisch. Sie wissen genau, was so von einem Priester wollen und warten nicht darauf, bis von den Amtsträgern oder Theologen ihnen etwas vorgesetzt wird. Gott sei Dank ist das so! Die neuen Bewegungen und Gemeinschaften sind ja „Laboratorien des Heiligen Geistes“. Das bedeutet, dass nicht die ganze Kirche in Zukunft so sein wird wie diese oder jene Bewegungen. Aber manches, wofür die stehen und wohin sie gehen weist in die Zukunft. Wie bei Experimenten wird hier etwas ausprobiert, damit die ganze Kirche da und dort angeregt werde, gelassen und spontan, jedenfalls voll Freude und Zuversicht weiter zu gehen. Wenn ich mir dieses Jugendfestival in Gmunden anschaue, wird mir nicht bange um die Kirche, sondern ich kann sagen: Da waren gesunde, frohe junge Menschen, die gerne in der katholischen Kirche sind und sie aktiv mitgestalten können. Erstaunlich, dass sie das aus freien Stücken tun, ohne Auftrag und Geldmittel von oben, ganz selbstverständlich – Mission von unten. Für die gute Organisation hatten sich einige extra frei genommen, denn ein Teil der jungen Erwachsenen sind schon im Berufsleben. Sie haben anderen ein großartiges Glaubensfest ermöglicht und sich selbst reicht beschenkt, weil sie etwas die Beine gestellt haben, was es ohne sie nicht gegeben hätte – und das beflügelt jungen Menschen besonders.

Dann beim Barmherzigkeitsabend des selben Tages leitete der Ortspfarrer die Anbetung – schön, dass sich neue Gruppen in die Kirche einbringen und als ein Teil von ihr gesehen werden wollen. Es waren viele, die beichten kamen. Unser Prior P. Maximilian, der zusammen mit Abt Ambros aus Kremsmünster zum Beichtdienst gekommen war, brachte es am nächsten Morgen im Kloster bei der Konventmesse auf den Punkt: Da geht man als Priester gestärkt weg nach so einem Abend, an dem spürbar war, dass Gott an die erste Stelle gesetzt werden soll. „Ich möchte einfach das tun, was Jesus will“, zitierte P. Maximilian eine Teilnehmerin. Gut dass auch wir Priester manchmal missioniert werden durch das Beispiel junger Katholikinnen und Katholiken!

Geistlich leben – überall (24.07.2015)

An Gott zu denken und von ihm her unser Leben und die ganze Welt zu sehen ist nicht nur auf Gebetszeiten beschränkt. Immer neu sollen wir uns vergegenwärtigen, dass Gott stets bei uns ist und wir bei ihm sind.

Ein Student, der zu geistlichen Gesprächen ins Kloster kommt, erzählte mir kürzlich von seinem Alltag: Jetzt im Sommer hat er einen Ferialjob in einer Lagerhalle. Er sieht diese anstrengenden Stunden körperlicher Arbeit als guten Ausgleich fürs Lernen – und freut sich so auch wieder auf das Studium im Herbst. Ganz selbstverständlich sagte er: „Ich denke bei der anstrengenden Arbeit immer wieder an Gott. Z.B. ist da eine Arbeiterin, die das für ihre Tochter tut, damit diese gut über die Runden kommt. Seitdem sie mir das erzählt hat, bete ich immer wieder für sie, ganz spontan, während der Arbeit.“

Der Student war selbst überrascht, wie leicht ihm das Gebet in einer Umgebung fällt, die von Gott wenig weiß. Mir gab das zu denken: Ich bin jetzt 15 Jahre im Kloster und 10 Jahre Priester. Bete ich ebenso spontan für mich und Menschen um mich herum? Ich nehme mir vor, wieder öfters meinen Geist zum Schöpfer zu erheben und mit ihm in Alltagssituationen in Kontakt zu treten. – Gut, dass Leute mich aufsuchen, die mich anregen, überall geistlich, d.h. mit Gott verbunden zu leben!

Maria Magdalena (22.07.2015)

Am Vorabend eines wichtigen Heiligenfestes lesen wir im Kloster gewöhnlich einen passenden Text. Für Maria Magdalena ist das eine Passage aus einer Predigt zu den Evangelien von Papst Gregor dem Großen (… 604), dem Biographen von Benedikt. Vielleicht hat mich dieser Text deshalb so angesprochen, weil mich in letzter Zeit mehrere Personen fragten: „Warum versteckt sich Jesus Christus plötzlich vor mir? Warum kann ich nicht mehr wie früher seine Nähe spüren? Wozu kommen mir neuerdings Glaubenszweifel?“ Genau da kann uns Maria Magdalena als die große Liebende des Evangeliums helfen.

Gregor der Große beschreibt, wie ihr Jesus genommen ist und sie am Grab weint. In innigen Worten, wie ich sie bei den frühen Theologen der Kirche so schätze, heißt es da: „Sie suchte den, den sie nicht gefunden hatte, und weinte beim Suchen. Vom Feuer der Liebe entzündet, glühte sie in Sehnsucht nach ihm, weil sie meinte, man habe ihn weggebracht.“ Jesus war für sie also entschwunden, wie das auch heute glaubende Menschen immer wieder erleben, gerade im Übergang von Lebensphasen. Das hat Gregor wohl auch im Hinterkopf, wenn er dann Mt 10,22 zitiert: „Wer bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.“

Glaube erfordert also Standhaftigkeit; er ist kein Kinderspiel und nicht ein für allemal gegeben. Warum entzieht sich denn offensichtlich Gott? Gregor gibt an mehreren Stellen seines Werkes diese verblüffende Antwort: Gott verbirgt sich, damit wir ihn noch mehr suchen. Hier seine Worte im Originalton: „Maria Magdalena begann zu suchen und konnte nicht finden. Sie suchte beharrlich weiter, und sie fand. Durch den Aufschub wuchs die Sehnsucht, und im Wachsen ergriff sie, was sie gefunden hatte: Heilige Sehnsucht wächst durch den Aufschub. Nimmt sie durch den Aufschub ab, so war es keine Sehnsucht.“

Natürlich ist das keine Antwort, mit der alle Fragen und Glaubensprobleme gelöst sind. Eine solche Antwort ist uns Sterblichen auch nicht gegeben. Was Gregor hier aber anhand von Maria Magdalena zeigen möchte, ist einer Besinnung wert: Gott will gesucht werden, und er scheint uns abhanden zu kommen, auf dass wir ihn mit noch größerer Sehnsucht lieben. Vielleicht ist es im Glaubensleben ja wie im zwischenmenschlichen Liebesleben: Liebe tut auch oft weh – und sie fordert alles von uns.

Worauf kommt es an? (13.07.2015)

Ferienzeit bedeutet für viele von uns nicht, plötzlich nichts mehr zu tun zu haben. Für mich ist die Zeit, in der andere frei haben, oft intensiver als die allgemeine Schul-, Studien- und Arbeitszeit. Wochenenden oder auch so manche Zeit um Weihnachten, Ostern oder im Sommer verlangen mir viel ab. Anderen geht es ähnlich, wie ich merke.

Aber dennoch: Es ist jetzt einiges entspannter, ungewöhnlicher, abwechslungsreicher. Da kommt ein Spruch gerade recht, den mir jemand gegeben hat: „Gott achtet nicht darauf, wie viel wir tun, sondern mit wie viel Liebe wir etwas tun.“ Egal, was uns die Sommerwochen abverlangen werden: Wir könnten doch neu darauf achten, mit Liebe ans Werk zu gehen.

Ich nehme mir das jedenfalls vor: Entscheidend ist nicht, wie viel ich vollbringe, sondern wie ich es vollbringe. Steht in meinem Tun und Reden die Liebe im Mittelpunkt? Ich möchte es neu versuchen – jetzt, in diesen Sommerferien.

Vom (Un-) Sinn der Fronleichnamsprozession (03.07.2015)

Keine Sorge, ich lebe noch, auch wenn ich jetzt länger keinen Impuls geschrieben habe. Ich hatte tolle Exerzitien mit dem Benediktiner David Steindl-Rast und viel erlebt in all den Tätigkeitsfeldern, die mir aufgetragen sind. Und da ist es in den letzten Wochen recht eng geworden, anderes zu tun.

Ein Mitbruder hat kürzlich bei einer Kaffeerunde erzählt, dass die Menschen immer weniger mit kirchlichen Festen anfangen können. Ein anderer meinte, sie würden oft auch gar nicht wissen, warum es ein sogenanntes verlängertes Wochenende gibt. Daraufhin erzählte einer aus seiner Pfarre von der Aussage einer Tischmutter bei der Erstkommunion, die im Hinblick auf die Fronleichnamsprozession (wo die Erstkommunionkinder mitgehen sollen) gefragt hat: „Warum muss die Fronleichnamsprozession eigentlich immer an einem verlängerten Wochenende sein?“

Eine Antwort zu “Impulse Juli 2015

  1. Ingeborg Stingl-Brandstetter

    Es ist so wunderbar, zu lesen, welche tollen Erlebnisse es gibt und wie wunderbar unser Vater im Himmel uns liebt. Ich bin Oma von 7 Enkelkinder – 2 Jahre bis 17 Jahre. Ich habe so ein „Marterl“ bei einem großen Nussbaum aufgestellt, nun werden wir dort die Zettel mit unseren Sorgen und Problem aufhängen (So ne tolle Idee). Danke, danke für all euer Bemühen für junge Menschen, jetzt lerne ich von diesen wunderbaren, tollen, coolen Mädels und Burschen.

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