Impulse August 2013

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Bischof Richard – oder: Warum ich Gott nicht verstehe (28.08.2013)

Bischof richardIn ein paar Tagen wäre er 74 Jahre geworden. Doch seit drei Jahren liegt er in unserem Klosterfriedhof. Am Tag genau 52 Jahre nach seiner Einkleidung in unserem Kloster erlag er 2010 einem Gehirntumor. Nun begingen wir den dreijährigen Todestag von Bischof Richard. Sein Nachfolger in der Diözese Barreiras, Bischof Josafat, kam extra aus Brasilien und hielt eine großartige Predigt. Daraus ging hervor, wie sehr unser Mitbruder Richard in seinen über 30 Jahren als Bischof diese Diözese geprägt hat und heute noch von den Menschen geliebt wird.

Bischof DDr. Richard Weberberger OSB hat auch unser Kloster und jeden einzelnen von uns geprägt. Mich hat er vor 8 Jahren zum Priester geweiht. Unsere Gespräche in Vorbereitung darauf sind mir noch in lebendiger Erinnerung. Wie auch viele andere Worte von ihm während seiner Heimaturlaube, einmal im Jahr, für mehrere Wochen.

In Brasilien geht er ab. In ein paar Jahren wäre er dann zu uns zurückgekehrt und hätte unser Kloster, die Pfarren, die mit unserem Kloster verbundenen Menschen reich beschenkt. Er war sehr gebildet, tief religiös und interessiert an allem in der Welt. Und den Menschen herzlich zugetan. 2008 eröffnete er den „Treffpunkt Benedikt“ mit einem beeindruckenden Referat über Benedikt und die junge Kirche. Als er vor drei Jahren in einem Linzer Krankenhaus starb, war das wie eine Schockwelle in seiner Diözese, erzählte uns P. Gerhard, der damals noch in Brasilien war: Die Leute versammelten sich und klagten, als hätte sich die Welt grundlegend verändert. Auch für uns war es ein großer Schlag. Bischof Maximilian Aichern OSB sagte zu mir tief bewegt: „Ich verstehe Gott nicht, dass er Euch Bischof Richard genommen hat.“

„So spricht der Herr: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege.“ (Jes 55,8) Das müssen wir immer wieder schmerzlich in unserem Leben erfahren – der eine auf diese, die andere auf jene Weise. Gott denkt nicht wie wir, sonst hätte er Bischof Richard am Leben lassen. Da kommen mir sofort Beispiele von Heiligen, deren Wege nicht gerade verlaufen sind, die vieles wohl nicht verstanden, was ihnen Gott zumutete. Angefangen von Maria unter dem Kreuz fragen sich Menschen: „Jesus, warum dieses Kreuz in meinem Leben, im Leben der anderen?“ Von Maria und den Heiligen können wir lernen, Gott treu zu bleiben, auch wenn wir ihn nicht verstehen. Wie beim Tod von Bischof Richard.

100. Impuls (16.08.2013)

99 Impulse schrieb ich innerhalb des letzten Jahres. Nun habe ich eine Schöpfungspause von einem Monat eingelegt. Sie zeigte mir, dass ich weiter tun soll mit den Impulsen aus meinem Leben: Die einen fragten, ob ich gestorben sein, andere, warum ich plötzlich so faul geworden wäre.

Die Impulse wurden ursprünglich angeregt von einem jungen Mann, der meinte ich solle doch kurze Gedanken für den Tag schreiben. So könne ich auch über die Treffpunkt-Benedikt-Homepage und Facebook Leute erreichen, ohne selbst eine Homepage zu haben oder in Facebook aktiv zu sein. Von Rückmeldungen weiß ich, dass besonders die Einblicke in mein eigenes Leben auf Interesse stoßen. Die Impulse wollen keine Themen systematisch abhandeln, sondern direkt aus einer konkreten Situation sprechen – in die Situation anderer hinein, vor allem junger Menschen.

Es geht also weiter!

(Und wer jetzt bei diesem 100. Impuls über das allgemeine Statement hinaus einen Gedanken vergeblich suchte, den er sich mitnehmen kann, dann gibt vielleicht das zu Denken: Man kann ohne schlechtes Gewissen eine Sache einmal unterbrechen, sich ausklinken, ohne faul oder gar gestorben zu sein – um dann mit voller Kraft wieder einzusteigen.)

Eine Antwort zu “Impulse August 2013

  1. Andreas Schacherl

    Lieber P. Bernhard!

    Ich habe mich wieder einmal hier auf der Homepage von Treffpunkt Benedikt umgeschaut und bin mehr oder weniger „zufällig“ über den obenstehenden Text gestolpert.
    Ich möchte mich bedanken dafür, dass ich viele Gedanken in deinem Text finde, die ich mir mitnehmen kann und möchte.

    Sehr mutig finde ich den Titel, der auf eine Aussage Bischof Aicherns anspielt: „Ich verstehe Gott nicht, dass er euch Bischof Richard genommen hat.“
    Ein Bischof, der Gott nicht verstehen will?
    Klingt das nicht merkwürdig oder gar unglaublich?
    NEIN finde ich.
    Eine solche Aussage zeugt von Größe im menschlichen und spirituellen Bereich. Wenn selbst Heilige das Wirken Gottes in ihrem Leben nicht unmittelbar verstanden.
    Ich bin ganz deiner Meinung, dass das Potential darin liegt, von den Heiligen zu lernen, Gott treu zu bleiben, auch wenn wir ihn nicht vertstehen.

    Zum Abschluss fällt mir noch ein:
    Schöpfungspausen einzulegen, halte ich für klug und notwendig, um dann erholt mit neuer Tatkraft und kreativen Ideen fortzufahren. Mit Faulheit hat das wirklich nichts zu tun….

    Alles Gute und aufrichtige Gratulation zum 100. Impuls!
    Die Pause hat sich wirklich gelohnt 😉

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