Impulse April 2015

Leitsätze anwenden können (24.04.2015)

Oft lerne ich selbst am meisten, wenn ich zu irgendeiner Veranstaltung oder Gruppe eingeladen bin. So jüngst auch beim „Forum christlicher Führungskräfte“ im Stift Göttweig. Da haben sich an die 300 Wirtschaftstreibende getroffen, um ihre Aufgabe vom Glauben her zu beleuchten und sich zu vernetzten.

Nach meinem bescheidenen Beitrag sprach Kardinal Christoph Schönborn. Ich war fasziniert, wie er sich an Menschen wendete, die im Alltag dem harten Kampf in der Wirtschaft ausgesetzt sind und dort versuchen, ihre „Mission“ zu erfüllen. Zuerst einmal: Er sprach nicht von oben herab, sondern gab zu, dass er als einer, der viele Mitarbeiter führen soll, oft den Ansprüchen nicht gerecht wird. Dann nahm er die Zehn Gebote her und legte sie auf die Welt von Führungskräften um. Er brachte damit den Kern biblischen Glaubens mit der heutigen Wirtschaftswelt in Verbindung. So muss Verkündigung geschehen – nicht meinen, alte Sätze und Haltungen hätten heute nichts mehr zu sagen. Vielmehr: Gerade erprobte Weisheiten müssen für heute neu gedeutet werden.

Ein Beispiel: Der Kardinal kam zum Gebot, Vater und Mutter zu ehren. Ich dachte schon, na was will er denn da jetzt damit anfangen! Doch was dann kam, überzeugte mich: „Ehren wir in unseren Betrieben die Mitarbeiter auch als Väter und Mütter? Sehen wir sie überhaupt als Väter und Mütter oder nur als Arbeitskräfte, die den Profit steigern sollen? Ich weiß es selbst, wie schnell man nur an praktische Fragen denkt, wenn eine Mitarbeiterin schwanger wird und wir uns beklagen, dass wir bald einen Ersatz für sie brauchen. Also frage ich Sie: Nehmen Sie Ihre Angestellten als Väter und Mütter wahr und unterstützen Sie diese in ihrer wichtigen Rolle?“

Ostern ist nicht vorbei

Steineck mit fr. Philipp April 2015 - 2Wir lesen beim Essen gerade ein Buch des Benediktiners Prosper Gueranger OSB, der im 19. Jh. lebte und die liturgische Bewegung vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil vorbereitet hat. In seinem Buch „Das liturgische Jahr“ sagt er im Kapitel über die Osterzeit, dass wir vom Ostersonntag bis Pfingsten die Auferstehung Jesu feiern. Ja, 50 Tage Halleluja, Sieg Jesu über den Tod. Das nur an einem Tag oder einer Woche (oder immer nur am Sonntag) zu bedenken wäre zu wenig.
Steineck mit fr. Philipp April 2015 - 3In unserer Zeit gibt es eine merkwürdige Entwicklung: Die Feste werden schon so lange vorher vorbereitet, dass wir sie dann gleich wieder beenden, sobald der Tag gekommen ist. Weihnachten wird schon ab Oktober mit Schoko-Nikoläusen und Weihnachtsschmuck eingeläutet – und am 25. Dezember ist dann endlich alles vorbei; Kekse konnte man ab dem 2. Adventsonntag eh schon keine mehr sehen. Ähnlich vor Ostern: Da sah ich in Geschäften schon bald nach dem Aschermittwoch Osterhasen, und in Cafes wurden mitten in der Fastenzeit bereits Eier gepeckt. Kein Wunder, dass dann mit dem Ostersonntag auch schon Ostern entsorgt wurde.

IMG_6428Die kirchliche Liturgie denkt hier anders: Nach Ostern kam die Osteroktav – jeder Tag ein Ostersonntag, eine Woche lang. Und jetzt ist bis Pfingsten die Osterzeit. Lassen wir sie nicht untergehen! Der Freude über das Leben Ausdruck zu verleihen ist besonders leicht in diesen schönen Tagen, in denen die Natur erwacht und wir so schöne Tage haben. Ich genieße sie auch. Letzte Woche etwa ging ich mit unserem fr. Philipp aufs Steineck (1461m), durch den Schnee zu einer wunderbaren Aussicht auf dem Berggipfel. Genießt also die Osterzeit – aber vergesst nicht: Der Herr ist auferstanden, halleluja!

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