Rückblick auf das Jugendfestival im Stift!

foto-3-jugendfestival-2016Christkönigsfestival zog viele junge Menschen an. Bischof Scheuer rief sie auf, sich für Dialog und Frieden einzusetzen und Mitliebende Gottes zu sein.

Unter dem Motto „Die Freude am Herrn ist eure Stärke“ (Neh 8,10) fand von 11. bis 13. November 2016 das neunte Christkönig-Jugendfestival im Stift Kremsmünster statt. Im Laufe des Wochenendes versammelten sich hunderte junge Menschen zum Gebet, Austausch und gemütlichen Beisammensein. Für viele von ihnen war es die erste intensive Erfahrung einer lebendigen und jungen Kirche. Das Jugendfestival wurde via Livestream auf der Internetplattform facebook, sowie per Rundfunk auf Radio Maria live übertragen.

Der aufgrund seiner Bücher zu den Themen Perfektionismus und Narzissmus bekannte Psychotherapeut, Psychiater und Neurowissenschafter DDr. Raphael Bonelli hielt zwei kurzweilige und informative Vorträge, in denen er das Festivalmotto aus psychologischer Sicht ausleuchtete. Bonelli hob hervor, dass eine gesunde Gottesbeziehung empirisch belegbar günstige Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen habe. „Der Perfektionist und Narzisst ist in sich selbst gefangen, er verweigert die Liebe. Wenn ihr euch selbst vergesst und anderen dient, könnt ihr euch am besten verwirklichen.“ Demut bedeute, sich so einzuschätzen wie es der Wirklichkeit entspricht. Dazu gehöre es auch, sagen zu können: „Das habe ich falsch gemacht.“ Wer sich bewusst ist, ein Sünder zu sein, könne an sich arbeiten und den eigenen Charakter positiv formen. „Das Gebet ist eine Bewegung weg vom Ich, um von einem anderen ein neues Herz zu bekommen“, sagte Bonelli.

Mit einem Lebenszeugnis begann Samstagabend der Höhepunkt des Jugendfestivals. Die 23-jährige Maria Posch aus Salzburg gab ein Zeugnis von ihrem Weg mit Gott. Die junge Katholikin verstand es, mit den Erfahrungen und Anekdoten aus ihrer Zeit in einer Jüngerschaftsschule in Australien und der darauf folgenden mehrmonatigen Tätigkeit als Missionarin in Indien das Interesse und die Aufmerksamkeit ihrer jungen Zuhörer zu wecken. Danach fand der so genannte „Abend der Barmherzigkeit“ statt. Dabei wurde die Stiftkirche in dezent farbiges Licht getaucht und der Abend mit einer musikalisch umrahmten, eucharistischen Anbetung samt anschließendem Segen gestaltet. Dem Grundimpuls des Jahres der göttlichen Barmherzigkeit folgend standen den Jugendlichen etwa ein Dutzend Priester zur Verfügung, die während des ganzen Abends das Sakrament der Versöhnung spendeten.

Am Sonntagvormittag näherte sich der Novizenmeister des Stiftes Kremsmünster, P. Bernhard Eckerstorfer, im Rahmen seines Vortrages dem Motto des Jugendfestivals mit Szenen aus der Bibel und der christlichen Spiritualitätsgeschichte. Das Martyrium sei der Ernstfall des Glaubens, der die wahre Freude gläubiger Menschen offenbare. P. Bernhard stellte Menschen verschiedener Zeiten vor, deren Schicksale eigentlich zutiefst tragisch sind. „Gerade von daher können wir verstehen, wie denn die Freude an Gott eine solche Stärke ist, dass sie durch nichts und niemanden auf dieser Welt zerstört werden kann.“

Zum Abschluss des Christkönig-Jugendfestivals feierte der Linzer Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer gemeinsam mit dem Abt des Stiftes Kremsmünster, Ambros Ebhart, eine Heilige Messe mit den Jugendlichen. Im Rahmen der Predigt ging der Bischof dabei auf die spürbaren Veränderungen in der Gesellschaft und die damit einhergehenden Ängste vieler Menschen ein. Er appellierte dabei an die jungen Menschen, Mit-liebende Gottes zu werden und der aufkeimenden Unsicherheit in der Gesellschaft mit jener Hoffnung und Zuversicht zu begegnen, die von Gott kommt.

Die Organisatoren des von der Loretto-Bewegung und dem Treffpunkt Benedikt veranstalteten Jugendfestivals zogen eine positive Bilanz: „Dieses Festival zeigte, dass die Kirche lebt und ein junges Gesicht hat. Glaube und Freude sind kein Gegensatz, sondern gehören zusammen. Das wurde z.B. deutlich, als am Samstag Abend nach der Anbetung in der Stiftskirche spontan die Band eine halbe Stunde fetzige Lieder brachte, zu denen die Jugendlichen tanzten. Im Chill-Out-Bereich des Kaisersaaltraktes gab es Cocktails und eine Live-Band, während bei Workshops in Klassenzimmern des Stiftsgymnasiums Fragen des Lebens und Glaubens behandelt wurden. Dutzende Jugendliche haben sich ehrenamtlich engagiert, damit die Übernachtungen, Mahlzeiten und das inhaltliche Programm in der Stiftskirche reibungslos organisiert werden konnten.“

Bilder vom Christkönig16 Jugendfestival:



Bericht: Lukas Reifeltshammer, Fotos: Andreas Walch

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