Pieta

stageSie steht bei uns in der Marienkapelle: Die Darstellung der Gottesmutter mit ihrem toten Sohn auf dem Schoß, die Szene nach der Kreuzabnahme. Am Berühmtesten ist die Pieta von Michelangelo im Petersdom. Solche Darstellungen können helfen, sich die Leiden Jesu und seiner Mutter vorzustellen.

Ich habe jetzt in meinem Fremdwörterlexikon nachgesehen (ja, ich verwende Nachschlagewerke aus Papier noch immer mehr als Wikipedia!): „Pietà – Darstellung Marias mit dem Leichnam Christi auf dem Schoß (ital. Frömmigkeit).“ Mit der Übersetzung des italienischen Wortes war ich nicht ganz zufrieden, so sah ich im Italienisch-Lexikon nach (wieder einem echten Buch!): pietà heißt zuerst einmal „Mitleid, Erbarmen“. In zweiter Linie dann „Frömmigkeit“, also eine Folge des Anteil nehmenden Mitleidens. Gerade im Jahr der Barmherzigkeit sollten wir einmal bei der ursprünglichen Wortbedeutung bleiben. In der italienischen Messe heißt es ja auch zu Beginn: Abbi pietà di noi – Hab Erbarmen mit uns!

_MG_4344-2Bei der Vesper, unserem täglichen Abendgebet, stehe und sitze ich oft direkt neben bzw. vor der Pieta in der Marienkapelle. Manchmal schon habe ich diese Skulptur nachdenklich angeschaut, während wir die Psalmen singen. Doch gestern bekam ich einen neuen Bezug zu unserer Pieta geschenkt: Die Vesper war zu Ende, wir standen bereit zum Auszug. Da schaut mich der neben mir stehende P. Albert an, deutet auf die Pieta und flüstert mir zu: „Von dieser Perspektive ist sie besonders schön: Schau dir die Nähe, das liebende Ineinander von Gottesmutter und Sohn an!“ Wie P. Albert das sagte und welchen Blick er selbst darauf warf, hat mich ebenso bewegt wie die beiden dicht aneinander gerückten Köpfe der Pieta, die ich so noch nie wahrgenommen hatte. Daraufhin bat ich gleich unseren fr. Philipp, ein Foto aus genau dieser Perspektive zu machen. Damit auch andere sich durch diese wunderschöne und ergreifende Pieta auf die kommenden Tage vorbereiten können …

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