Terror des Geschwätzes

Von den vielen Impulsen meiner letzten Romreise wirkt besonders der Ausdruck „Terror des Geschwätzes“ nach, den Papst Franziskus gegenüber den Ordensleuten aus aller Welt gebrauchte. Viele meinen ja, in Klöstern und unter Priestern würde nur eine heilige und ehrfurchtsvolle Stille herrschen, höchstens unterbrochen von bedeutungsschweren und aufbauenden Worten. Weit gefehlt! Der Hl. Benedikt warnt mehrmals in seiner Regel, die Mönche sollen das Murren unterlassen. Da ist jemand auf einen anderen neidisch und macht ihn – meist in dessen Abwesenheit – vor dritten Zuhören schlecht, die diesen Menschen dann wirklich im negativen Licht sehen. Das Teuflische an schlechter Rede und Verleumdungen ist, dass sie eine negative Stimmung verbreiten, die niemanden nützt und allen schadet. Jene, die gedankenlos reden oder Gerüchte verbreiten, meinen, dadurch beliebter zu werden – in Wahrheit verachtet man sie, auch wenn man in ihrer Gegenwart bitter über andere lacht.

Den „Terror des Geschwätzes“ vermeiden, das passt gut in die Fastenzeit. Ich habe in den letzten Tagen bei mehreren Predigten die Enthaltung von beleidigendem oder leerem Gerede als Beispiel für rechtes Fasten hergenommen und in den betroffenen Gesichtern meiner Zuhörer gemerkt, dass dieser Ausdruck des Papstes nicht nur für uns Ordensleute wichtig ist. Also, unnützes Gerede meiden! Unwahrheiten auch Halbwahrheiten nicht kolportieren – auch Dinge, die zwar stimmen, aber böses Blut machen und nur ins Gespräch unter vier Augen passen.

Wie heilsam könnten sich diese 40 Tage der Bußzeit erweisen, wenn wir unser eigenes Reden zurücknehmen und Freunde behutsam darauf aufmerksam machten, sich lieber nicht als Terroristen des Geschwätzes einspannen zu lassen.

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