Bischof Manfred

IMG_4173Die Feier der Amtsübernahme am Sonntag Nachmittag im Linzer Dom war eindrucksvoll. Zweieinhalb Stunden dichte Atmosphäre, sehr gute Ansprachen, z.B. die von Nuntius Erzbischof Zurbriggen oder Landeshauptmann Pühringer. Bischof Manfred Scheuer ist dagegen eher in den Hintergrund getreten. Sein Name spricht für sich: er ist scheu. Aber muss ein Bischof Entertainer sein? Liegt nicht gerade in der Zurückhaltung eine Botschaft?

Mich hat beeindruckt, wie unser neuer Bischof sich bei der Feier zurücknahm. So herzlich in der Heimat wieder aufgenommen zu werden, dazu brauchte es von seiner Seite dann keine großen Emotionsverstärker. Gott ist ja im leisen Säuseln des Windes bemerkbar, oft mehr als in Blitz und Donner. Das Mysterium, das Geheimnis unseres Glaubens, soll Raum gewinnen; da ist es gut, selbst leiser zu treten.

Bischof Manfred passt hier in unsere Zeit. Papst Benedikt und Papst Franziskus sind persönlich sehr bescheidene Menschen. Der eine hat ein kraftvolles Auftreten – wie Kardinal Schönborn oder Papst Franziskus –, aber da ist auch bei ihnen kein Dünkel, kein klerikales Gehabe, sondern das schlichte Zeugnis von Menschen, die aus Gott leben. So dürfen wir uns freuen über einen Hirten, der Gott ins Zentrum stellt und sich als ein schwacher Diener Christi versteht, fast unsicher wirkt. Ich hatte bei der Feier den Eindruck, das Amt des Bischofs ist für Manfred Scheuer weniger Würde als verantwortungsvoller Auftrag, den er als Sendung von oben her treu erfüllen möchte. Eine lebendige Anregung, wie wir unsere Aufgaben verstehen können, um auf den zu verweisen, der größer ist als wir: Jesus Christus.

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