Sr. M. Elischa

IMG_0083Meine Schwester hat lange gesucht und ist schon verschiedene Wege gegangen. Als wir im Stift Kremsmünster überlegten, ob wir das von den Steinerkirchner Benediktinerinnen über 80 Jahre geführte Exerzitienhaus Subiaco übernehmen sollen, zeigte sich, dass das der Kairos für eine neue Gemeinschaft sein könnte. Meine Schwester Silvia legte dann bei Bischof Ludwig Schwarz ihr Privatgelübde ab und zog nun nach Weihnachten in Subiaco ein. Sie nennt ihre benediktinische Gemeinschaft diözesanen Rechts „Maranatha“. Sie soll die Kernzelle im Haus Subiaco sein und das Stundengebet und weitere feste Angebote machen. Für Frauen gibt es die Möglichkeit, fix mitzuleben oder sich für eine bestimmte Zeit zurückzuziehen. Darüber hinaus soll es Angebote für verschiedene Menschen geben, besonders für junge.

Meine Schwester nannte sich Maria Elischa. Ein Neuanfang soll auch damit gesetzt sein, dass ihr Bischofvikar Haidinger ein hübsches Gewand gottgeweihten Lebens übergab, mit dem sie ein lebenslanges Treueversprechen ablegte. Es ist gut, dass die Diözese Linz für dieses neue Pflänzchen geweihten Lebens zuständig ist; Generalvikar Lederhilger ist Kirchenrechtler und hat meine Schwester gut beraten und die jeweilige Vorgangsweise festgesetzt, Bischofsvikar Haidinger für die junge Gemeinschaft ein väterlicher Begleiter. Das Stift Kremsmünster überträgt das Haus Subiaco nach dessen Erwerb leihweise der benediktinischen Gemeinschaft Maranata und ihrem Apostolat. Interessante Links:

http://www.kirchenzeitung.at/newsdetail/rubrik/ende-und-neuanfang-in-subiaco/

Und wie ist das für mich, wenn die eigene Schwester als Schwester ein geweihtes Leben in der Nähe führen will? Ich finde den Mut und Einsatz erstaunlich – und schön für unsere von schrumpfenden Entwicklungen gezeichneten Kirche. Mich erinnert das alles an die frühe Kirche, in der es auch Männer und Frauen gab, die sich Gott weihten. Lange bevor es fixe Orden gab, war das Mönchtum eine Bewegung. Ja, es bestand aus verschiedenen Bewegungen, deren Regel und Lebensgewohnheiten (consuetudines) sich erprobten und weitergegeben wurden. Wir werden lebendige Zeugen sein, ob sich aus der Bewegung, die in Subiaco beginnt, eine erprobte Form christlicher Nachfolge in unserer Zeit und unserer Region wird.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.