März 2011

März 2011- P. Bernhard: „Fegefeuer“ Alte Lehre neu interpretiert

VORTRAG

Wie im Vortrag erwähnt, wollen wir nochmals daran erinnern, dass Ihr euch den Katechismus spätestens vom Osterhasen schenken lasst!


Das neue Lied von Martin Brenner zum reinhören: hier


Hier gibts die Bilder vom März 2011

Predigt über die Freude beim Treffpunkt Benedikt am 5. März 2011 von P. Arno:

Ich bin erst am Montag aus Barreiras zurückgekehrt; mein Eindruck (wie bei jeder Brasilienreise): die Lebensfreude – gerade bei den einfachen Leuten – ist verblüffend.

Es war beeindruckend, wir haben keine Messe erlebt – auch wochentags – wo nicht eine Band gespielt hätte, die Leute haben mitgeklatscht oder sich umarmt (weil immer irgendwelche Geburtstage auch gegen Ende des Gottesdienstes gefeiert wurden).

Ob die Freude unser Motor ist oder ob die Freude eher verkümmert, dafür ist gewiss jeder verantwortlich. Und das ist wohl eine der Grundentscheidungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Herrgott Freude hat mit jemandem, der seinen Frust täglich weit sichtbar vor sich herträgt. „Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch“ sagt der hl. Irenäus. Wunibald Müller hat ein Buch mit gleichnamigem Titel geschrieben. Man könnte auch sagen: die Ehre Gottes ist der glückliche Mensch! Und Phil Bosmans hat den bekannten Satz geprägt: ein fröhlicher Mensch ist nicht gefährlich! (Fürchten musst du dich eher vor einem frustrierten, zu kurz gekommenen Menschen).

Der Volksmund sagt: „Ab 40 ist jeder für sein Gesicht selbst verantwortlich!“ Das Buch Jesus Sirach empfiehlt diesbezüglich: Überlass dich nicht der Sorge, / schade dir nicht selbst durch dein Grübeln!

Herzensfreude ist Leben für den Menschen, / Frohsinn verlängert ihm die Tage.

Überrede dich selbst und beschwichtige dein Herz, / halte Verdruss von dir fern! Denn viele tötet die Sorge / und Verdruss hat keinen Wert.

Neid und Ärger verkürzen das Leben, / Kummer macht vorzeitig alt.

Der Schlaf des Fröhlichen wirkt wie eine Mahlzeit, / das Essen schlägt gut bei ihm an.

Ein Wort zur Freude in unserer Kirche: die fehlt vielfach und wird auch immer mehr eingefordert! Da können wir von der Spontaneität der südlichen Kirche noch vieles lernen!!! Ich möchte heute am Faschingssonntag ein paar Themen in einer heiter-besinnlichen Form, in Versform bringen.

Wir haben an den letzten Sonntagen jeweils Abschnitte aus der Bergpredigt gehört. Ein Thema daraus – ihr sollt vollkommen sein, eure Gerechtigkeit soll größer sein als die herkömmliche. Eugen Roth hat ein Gedicht dazu geschrieben mit dem Titel

„Der Hilfsbereite“:

Ein Mensch auf seinem Weg, dem raschen,
sieht auf der Fahrbahn eine Flaschen,
die dort ein Unmensch unbekümmert
hat liegen lassen, wüst zertrümmert.
Der Mensch, bedenkend dass die Scherben
leicht Radlern werden zum Verderben,
will, Nächstenpflicht nicht zu versäumen,
die Splitter still beiseite räumen.
Es war auch höchste Zeit zur Tat,
denn siehe da – ein Radler naht
und fährt, nicht achtend das Geschrei
des guten  Menschen, stramm vorbei.
Dem Schlauch entfährt mit Knall die Luft.
„Ha!“ schreit der Radler, „wart, du Schuft!
Du Idiot, dich will ich heißen,
Glasscherben auf die Fahrbahn schmeißen!“
Und eh den Sachverhalt er zeigt
fühlt sich der Mensch schon ohrgefeigt.
Der Mensch, im weitren Lebenslauf,
hob nie mehr fremde Scherben auf…
 
(Die größere Gerechtigkeit ist also nicht so einfach zu erreichen…)

Noch ein zweites Thema aus der Bergpredigt – „urteilt nicht über andere! Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders…“ und wiederum ein Gedicht von Eugen Roth:

Ein Mensch schwatzt lieb mit einem zweiten -
ein dritter geht vorbei von weitem.
Der zweite, während sie den biedern
Gruß jenes dritten froh erwidern,
lässt in die Unterhaltung fließen:
„Der ist mit Vorsicht zu genießen!“
Sie trennen sich. Der zweite trifft
den dritten und verspritzt sein Gift:
„Der Herr, mit dem ich grad gewandelt:
mit Vorsicht, Freund, sei der behandelt!“
Der erste, wie sich Zufall häuft,
nun überm Weg dem dritten läuft,
der – auf den zweiten angespielt –
die höchste Vorsicht anempfiehlt,
sodass, in Freundlichkeit getarnt,
vor jedem jeder jeden warnt.
Die Vorsicht ist zum Glück entbehrlich,
denn alle drei sind ungefährlich…

(Verdächtigungen würden sich reduzieren, würden wir an das Göttliche in jedem glauben…) Jesus erzählte viele Gleichisse; ein heutiges könnte vielleicht das GPS (Global Positioning System) sein. Ein Bekannter hat im Navi auch die Stimme eines Pfarrers entdeckt, der im kirchl. Jargon die Anweisungen gibt.

Das Navegationsgerät

Das Navi ist, das sag ich ehrlich
ne tolle Sache, einfach herrlich.
So effizient, exakt und gscheit,
kennt jedes Haus, europaweit.
Wahlmöglichkeiten auch nicht fehlen
aus 40 Sprachen kann man wählen,
männlich, weiblich, Gabi, Lisa,
oder francais, Bernard heißt dieser.
Sogar a Pfarrerstimm kanns bieten,
doch dieser liest dir die Leviten:
in Sackgassen ruft der Verkünder:
„der Weg ist falsch, kehr um, du Sünder!“
Ein NAVI ist ein Bild fürs Gwissen
die innre Stimme lässt es uns wissen,
welche Wege führn zum Leben
und welche Taten geh’n daneben.
Wer Navi hat, vielleicht bedenkt
dass Gott all unsre Wege lenkt
und fährst ein’ Umweg du  statt grad
plant er für dich ‘nen neuen Pfad.
 

Zum Schluss ein Witz, den ich in Versform präsentiere:

Drei Buben gehen gemeinsam wandern,
da sagt der erste zu de andern:
„Mein Papa kriegt als Rechtsanwalt,
für a halbe Stund 50 Euro zahlt!“
„Der meine is Arzt“, so sagt der zweit’
„kriegt 100 in der selben Zeit!“
Der dritte sagt: „Horchts, meine Lieben
mein Onkel in Kremsmünster drüben -
er is Pfarrer und mein’ Göd -
wenn der nur 5 Minuten redt,
kriegt er 10 Körberl jedes Mal,
des san bis obm mit Spenden voll!“